Jahresprogramm
5. Konzert des Internationalen Orgelsommers
Uhr Ort: Stadtkirche St. Wenzel zu Naumburg
An der Hildebrandt-Orgel:
Johanna Soller (Utrecht/Niederlande)
Künstlerische Leiterin der Nederlandse Bachvereniging
Sophia Stiehler (München)
Violine
Werke von J.S.Bach, Isabella Leonarda und Josef Rheinberger
19:30 Uhr Konzertbeginn in der Stadtkirche St. Wenzel zu Naumburg
Konzerteinführung zu Beginn des Konzertes
16 € | 12 € ermäßigt* | 4 € Schüler:innen bis 14 Jahre | 2,50 € Kinder bis 6 Jahre
Tickets erhalten Sie ab Mitte April im Vorverkauf auf www.naumburg.shop oder bei der Tourist-Information (Markt 6, Tel. 03445 273-125, E-mail: tourismus@naumburg-stadt.de)
oder an der Tages- bzw. Abendkasse.
*Studierende, Auszubildende, FSJler:innen, Arbeitslose, Sozialhilfe-Empfänger:innen.
Der Einlass beginnt um 19 Uhr.
Wir freuen uns auf Ihren Besuch!
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Johanna Soller zählt als Dirigentin, Cembalistin und Organistin zu den vielseitigsten Künstler:innen ihrer Generation. In jungen Jahren hat sie sich einen herausragenden Ruf als Spezialistin für Vokalmusik und die Historische Aufführungspraxis erarbeitet. Seit der Saison 2023/24 ist sie Künstlerische Leiterin des Münchener Bach-Chors und Bach-Orchesters. Eine enge Zusammenarbeit verbindet sie mit der Nederlandse Bachvereniging, deren Tournee mit Bachs Matthäus-Passion sie 2024 dirigierte, u.a. im Concertgebouw Amsterdam. Johanna Soller arbeitete mit Orchestern wie den Münchner Symphonikern und dem Orquesta de Córdoba zusammen. Zukünftige Highlights umfassen Dirigate beim Orchestra of the Age of Enlightenment, der Kammerakademie Potsdam und dem B’Rock Baroque Orchestra. Mit dem von ihr gegründeten Barock-Ensembles capella sollertia gestaltet sie in München die Bach-Kantaten-Reihe „Cantate um 1715“. Ein Schwerpunkt der Ensemblearbeit liegt auf der Wiederentdeckung vergessener Werke aus Bachs Umfeld.
Derzeit arbeitet sie an einer Gesamteinspielung der Kantaten Johann Ludwig Bachs. Als gefragte Chordirigentin übernahm sie Einstudierungen für Ensembles wie den MDR-Rundfunkchor Leipzig, sowie für Dirigenten wie Zubin Mehta und Sir Simon Rattle. Sie war Stipendiatin im Forum Dirigieren des Deutschen Musikrats. Als gefragte Continuo-Spielerin musiziert sie mit namhaften Ensembles wie dem Freiburger Barockorchester. Engagements führten sie in zahlreiche Konzerthäuser in Europa und Israel, zu den Int. Händel-Festspielen Göttingen, den Thüringer Bachwochen und dem Verbier Festival. Für die szenische Produktion von Händels Saul war sie am Theater an der Wien als Studienleiterin engagiert. Mit Händels Giulio Cesare in Egitto gab sie ihr Debüt als Operndirigentin und macht sich hier besonders als Maestra al cembalo einen Namen. Von 2019 bis 2023 hatte sie die Musikalische Leitung der Kammeroper München inne. Johanna Soller ist Organistin an Münchens ältester Stadtpfarrkirche St. Peter und als Solistin regelmäßig in bedeutenden Orgelkonzert-Reihen zu Gast. An der Musikhochschule München unterrichtet sie eine Oratorien-Klasse. Zu ihren Lehrer:innen zählen Michael Gläser, Christine Schornsheim, Edgar Krapp und Bernhard Haas. Sie war Preisträgerin des Internationalen Musikwettbewerbs Prager Frühling und Stipendiatin des Deutschen Musikwettbewerbs. 2020 wurde sie mit dem Bayerischen Kunstförderpreis ausgezeichnet, 2023 mit dem Eugen Jochum-Preis für Dirigent:innen und dem Kirchenmusik-Preis der Bücher-Dieckmeyer-Stiftung.
Die vielseitige Geigerin Sophia Stiehler ist derzeit Konzertmeisterin des vielbeachteten Kammerorchesters Ensemble Reflektor und eine gefragte Kammermusikpartnerin. Als Orchestermusikerin gastiert sie regelmäßig bei renommierten Klangkörpern wie der Akademie für Alte Musik Berlin, dem Freiburger Barockorchester, dem Orchester des 18. Jahrhunderts, dem Utopia Orchestra sowie dem Münchner Kammerorchester. Im Rahmen dieser Engagements musizierte sie unter der Leitung bedeutender Dirigenten wie Sir Simon Rattle, Pablo Heras-Casado, Teodor Currentzis, Mariss Jansons und René Jacobs. Als Primaria des Malion-Quartetts wurde sie mehrfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem 1. Preis beim Polytechnischen Wettbewerb (2018) sowie einem Sonderpreis für die Interpretation von Bachs Chaconne auf der Barockgeige beim Gasteig Wettbewerb in München (2021).
Ein besonderer Schwerpunkt ihrer künstlerischen Arbeit liegt auf der Kammermusik und der historischen Aufführungspraxis der Romantik. In diesem Kontext konzertiert sie in unterschiedlichen Formationen auf historischem Instrumentarium. Dabei spielt sie unter anderem eine Barockvioline von Jacob Stainer aus dem Jahr 1669, die ihr von der Florian Leonhard Foundation zur Verfügung gestellt wird. Ihren ersten Geigenunterricht erhielt Sophia Stiehler bei ihrem Großvater Urs Stiehler. Bereits früh wurde sie Mitglied des Bayerischen Landesjugendorchesters, in dem sie später auch als Konzertmeisterin wirkte. Ihr Studium absolvierte sie bei Sophia Jaffé (moderne Violine) sowie in Barockvioline bei Petra Müllejans, Mary Utiger und derzeit bei Mayumi Hirasaki.